Willkommen im Reiseshop 

                   Steffi Jeschke                   



   Wichtige Infos zu Ihrem Urlaub aufgrund von COVID-19   von 15.09.2020


                Wohin kann man fahren?
            

Diese Länder profitieren von der Neuregelung der Reisewarnung

Mit ihrer Ankündigung, zum 1. Oktober die pauschale weltweite Reisewarnung aufzuheben, kommt die Bundesregierung einem dringenden Wunsch der Reisebranche entgegen. In gut 60 Länder sind Reisen wieder möglich.

Für die Touristik ist es ein großer Schritt nach vorn: Wenn das Auswärtige Amt, wie geplant, von Oktober an nicht mehr generell vor 160 Ländern weltweit warnt, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass Reiseveranstalter viele Staaten in Zukunft wieder in ihre Programme aufnehmen können.

Der wirtschaftliche Vorteil: Für diese Gebiete sind – solange für sie keine Reisewarnung gilt – kostenfreie Stornierungen nicht mehr möglich. Und in psychologischer Hinsicht könnte die Neuregelung dafür sorgen, dass die betroffenen Ländern wieder verstärkt (oder überhaupt erst wieder) gebucht werden, weil die Kunden neues Vertrauen gewinnen.

Warnung nur noch vor Risikogebieten

Doch um welche Destinationen und/oder Regionen handelt es sich dabei? Wer könnte zum Nutznießer der neuen Regelung werden?

Grundsätzlich soll die Reisewarnung, wie berichtet, ausschließlich noch für jene Länder und Gebiete (Kreise, Bezirke, Regionen, Provinzen) gelten, die förmlich als Risikogebiet ausgewiesen sind. Dort ist die Gefahr hoch, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Diese Länder und Regionen sind in der Liste des RKI aufgeführt.

Das jedoch heißt: In mehr als 60 Länder sind Reisen nun wieder möglich. Theoretisch jedenfalls. Mehr als 30 von ihnen liegen außerhalb der Europäischen Union (EU).

Neben den bislang schon „erlaubten“ Reisen in die weitaus meisten Mitgliedsstaaten der EU, in Schengen-assoziierte Staaten sowie nach Großbritannien, Monaco, San Marino und Vatikan sind damit vom 1. Oktober an Trips in solche Staaten möglich, vor denen bislang zwar gewarnt wird, die jedoch nicht auf der Liste der Risikoländer stehen. Dabei handelt es sich im wesentlichen um Länder mit einem niedrigen Virusgeschehen. Um dies festzustellen, treffen sich die Regierungen der EU in der Regel alle 14 Tage. Derzeit gelten als aus Gesundheitssicht gut bereisbar:

Australien
    
China
    
Georgien
    
Japan
    
Kanada
    
Neuseeland
    
Ruanda
    
Südkorea
    
Thailand
    
Tunesien
    
Uganda
    
Uruguay
    
Vereinigte Arabische Emirate

 

Zu beachten sind allerdings immer auch die Einreisebeschränkungen, welche diese Länder ihrerseits den Touristen auferlegen. So ist etwa China wegen der langen Quarantäne-Dauer und der wenigen (Charter-)Flüge nur für dringend benötigte Ingenieure und andere Business Traveller zu bereisen, und Thailand hat ein komplettes Einreiseverbot verhängt. Darauf hat die Bundesregierung natürlich keinen Einfluss.

Darüberhinaus stehen diese Länder aktuell nicht auf der Liste der Risikoregionen. Theoretrisch sind Reisen möglich, praktisch scheitern sie jedoch am Einreiseverbot:

  • Botsuana (Grenzen dicht)
  • Brunei Darussalem (Grenzen dicht) 
  • Fidschi (keine Flüge möglich) 
  • Hongkong (Einreise nicht möglich)
  • Jordanien (Quarantäne)   
  • Kambodscha (keine touristischen Reisen möglich)   
  • Kiribati (14 Tage Quarantäne)   
  • Laos (derzeit abgeriegelt)  
  • Macau (keine Einreise möglich)
  • Malaysia (Einreiseverbot)
  • Marshall-Inseln (Einreiseverbot)
  • Mauritius (Einreiseverbot)  
  • Myanmar (keine Einreisen möglich)
  • Palau (Flugverkehr eingestellt)
  • Salomonen (Einreiseverbot bis Dezember)
  • Samoa (Grenzen geschlossen)
  • Singapur (Einreiseverbot)
  • Taiwan (touristische Reisen nicht möglich)
  • Vietnam (Einreisesperre)

 


                                                  Reisehinweis statt Warnung


 

Doch bei diesen Ländern bleibt es nicht. Hinzu kommen nun sämtliche Staaten, vor denen bislang gewarnt wurde, da diese ihrerseits Einreisen erschweren – etwa durch längere Quarantäne-Zeiträume nach der Einreise.

Von Reisen in solche Länder wird künftig nur noch „    abgeraten    “ – ein im Vergleich zur Reisewarnung deutlich schwächeres Instrument. Denn: Gefahren für Leib und Leben drohen dort im Unterschied zu den Risikoländern nicht. So kann jeder Reisende und jeder Veranstalter selbst entscheiden, ob er bereit ist, eventuelle Quarantäne-Regelungen hinzunehmen.

Dazu zählen beispielsweise die folgenden Staaten (von denen die Bundesregierung bereits jetzt teilweise nur noch „abrät“):

  • Estland (7 Tage Quarantäne, danach ein zweiter Test)
  • Finnland (Quarantäne, aber nur noch bis zum 19. September)  
  • Island (5 bis 6 Tage Quarantäne, danach ein zweiter Test)  
  • Norwegen (10 Tage Quarantäne)  
  • Lettland (14 Tage Quarantäne)
  • Litauen (14 Tage Quarantäne)

 

Weiterhin werden also auch nach dem 1. Oktober beliebte Urlaubsländer auf dem Index stehen – allerdings wirklich nur noch dann, wenn dort konkrete Gefahren für eine Ansteckung mit dem Coronavirus gelten.

Regionen statt ganzer Länder

 

Aber auch in diesen Ländern ändert die Bundesregierung ihre bislang häufig pauschalen Betrachtungen zunehmend in Warnungen vor einzelenen, besonders betroffenen Regionen. Vor allem abgeschottete Urlaubsgebiete – aber auch Gebiete mit einer von sich aus niedrigen Zahl an Neuinfektionen – könnten davon profitieren.

Zuletzt hat die Bundesregierung diese differenzierte Sichtweise bereits für mehrere Urlaubsgebiete angewandt, von denen die meisten in Europa liegen. Branchenexperten rechnen damit, dass hier eine Ausdehnung auf internationale Ziele folgt. Bislang gelten diese Regionen, Provinzen und Kreise als Risikogebiete, während für alle anderen Landsteile nicht gewarnt wird:

  • Belgien (nur Büssel)
  • Bulgarien (nur Blagoevgrad)  
  • Frankreich (Île-de-France mit Paris, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, Korsika, Französisch-Guyana, Guadeloupe und St. Martin)  
  • Großbritannien (nur Gibraltar)  
  • Kroatien (Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Zadar, Dubrovnik-Neretva und Pozega-Slavonia)  
  • Niederlande (Aruba. St. Maarten)  
  • Rumänien (Arges, Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, București, Dâmbovița, Iasi, Ilfov, Prahova, Vâlcea und Vaslui) 
  • Schweiz (Genf, Waadt) 
  • Tschechien (Prag)  
  • Türkei (zwar Risikogebiet, doch vor den Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäisregion sowie der Provinz Antalya wird nicht gewarnt)

 

Einigt sich die EU?

 

Ungeklärt ist nach wie vor die Frage, inwieweit die Europäische Union zu einer einheitlichen Definition der Risikogebiete kommt. Derzeit führt jedes Mitglied seine eigene Auflistung, die teilweise lockerer, größtenteils aber strenger als die deutsche Auslegung ist. Dafür müssten sich die Minister möglicherweise auf neue Bemessungsgrundlagen für die Grenzwerte einigen sowie einheitliche Kriterien für den Umgang mit der Seuche festlegen.

Sollte dies geschehen, könnten sich erneut Änderungen bei den Reisewarnungen ergeben.

Ob ein Land oder eine Region zum Risikogebiet erklärt wird, legt Deutschland derzeit nach einer umfassenden Bewertung fest. Dazu reicht nicht allein das Überschreiten des Grenzwertes von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Auch werden die Maßnahmen des Landes zur Eindämmung des Virus analysiert sowie die Sicherheits- und Hygienekonzepte für die Tourismus-Infrastruktur betrachtet.